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Ändern Sie Ihren Lebensstil!
Laut Deutscher Herzstiftung erleiden jedes Jahr fast 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Über 170.000 sterben an den Folgen. Für Männer sind Herzinfarkte und andere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems die Todesursache Nummer eins. „Viele dieser Todesfälle könnten vermieden werden“, sagt Dr. Andreas Kiefer, Arzt im AOK-Bundesverband. „Viel kann man schon erreichen mit regelmäßiger Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung, ausreichender Entspannung – und vor allem Spaß daran.“
Wer in der Familie schon mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu tun hat, hat zwar ein erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken. „Doch von entscheidender Bedeutung ist der Lebensstil“, sagt Dr. Andreas Kiefer. Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, eine zu fettreiche Ernährung und nicht zuletzt Stress sind Gift für die Herzkranzgefäße, die für die Versorgung des Herzens zuständig sind. Männer nutzen selten Gesundheitscheck „Männer achten insgesamt weniger auf ihre Gesundheit und passen nicht so auf sich auf wie Frauen“, sagt Kiefer. Dabei geht es unter anderem darum, Warnsignale für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Kiefer warnt davor, sich selbst zu überfordern: „Besser ist es, kleine Schritte zu machen und sich zu steigern und nicht immer gleich mit der Maximalforderung an alles heranzugehen.“
Mit dem Rad zur Arbeit fahren, die Treppe nehmen oder eine Runde um den Block laufen – das ist ein Anfang für mehr Bewegung. Wer sich zu regelmäßigem Sport durchringt, ist am besten mit Ausdauer-Sportarten wie Wandern, Walking, Joggen, Radfahren oder Schwimmen bedient. Dabei gilt vor allem: Es muss Spaß machen, sonst hört man zu schnell wieder auf.
Der Gesundheitsbeauftragte des Deutschen Sportbundes, Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer, sieht die richtige Entscheidung hauptsächlich im Beginnen, sich überhaupt zu bewegen. „Wichtig ist, dass die Menschen, die bisher wenig bis gar nichts getan haben, einen Anfang machen, eine oder mehrere Bewegungen in ihren Alltag zu integrieren“, betont der renommierte Frankfurter Sportmediziner. „Dadurch wird oft auch die Grundeinstellung zu diesem Thema und dem eigenen Körper geändert. Viele ernähren sich automatisch anders oder hören zum Beispiel auf zu rauchen."
Diese Veränderung zu mehr Bewegung hin ist neben den körperlichen Effekten das wichtigste an der Bewegung im Alltag. Wichtig ist aber auch hier die Regelmäßigkeit der Bewegungen. Banzer: „Einmal die Woche Fahrrad zu fahren oder Treppen zu steigen, ist zwar ein guter Anfang, reicht aber vom Umfang und der Intensität nicht aus, um eine präventive Wirkung für die Gesundheit zu haben.“
Um einen Verbrauch von 1.500 Kilokalorien zu erreichen, sollte jeder sich mindestens eine Viertel-, besser noch eine halbe Stunde am Tag bewegen. „Bei einer zehnminütigen Belastung und einem Puls von 130 liegt der Verbrauch bei 100 Kilokalorien. Hochgerechnet liegt meine Empfehlung daher bei einer halben Stunde Walken, Spazierengehen oder Ähnlichem und das mindestens fünfmal die Woche“, so Banzer. Die Auswirkungen sind selbst bei dieser relativ geringen Belastung schon enorm. Das Herz-Kreislaufsystem, die Muskulatur und der Stoffwechsel werden gestärkt. Um die wichtige Fettverbrennung richtig in Gang zu setzen, ist es entscheidend, die Bewegung im aeroben Bereich durchzuführen. Diese Energiegewinnung ist zwar langsamer, aber wesentlicher effektiver. Es werden nicht nur die Zucker mit Kohlenhydraten, sondern nach einer gewissen Anlaufzeit auch Fett verbraucht.
Regelmäßige Bewegung über mehrere Wochen bedeutet, dass der Ruhepuls reduziert wird, das Herz muss weniger Arbeit leisten. Ein Aspekt, der gerade auch im Alter wichtig ist, um das Herz gesund zu erhalten.



