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Bewegungsmangel
Zu wenig Gelegenheiten - zu wenig Bewegungsfreude
Der zunehmende und starke Mangel an Bewegung ist in Deutschland zur „Volkskrankheit Nummer 1“ geworden. Die Zahlen der Krankenkassen zeigen ein trauriges Bild: Bei den Todesursachen liegen deutlich die Herz- und Kreislauferkrankungen vorn. Und dabei wäre mancher Infarkt vermeidbar gewesen...
Viele beginnen ihren Tag im Auto – aus Bequemlichkeit oder weil es die Umstände, zum Beispiel fehlende oder schlechte Nahverkehrsverbindungen, so erzwingen. Das Auto bringt uns an den Arbeitsplatz, der Lift schafft uns dann auf unser Stockwerk, dort wartet der bequeme Bürosessel auf uns. Kaffee und Zigaretten halten tagsüber den Körper in Schwung. Abends hat man dann oft kaum mehr Lust, etwas zu unternehmen.
Manche treiben es noch ärger: Sie machen keinen Schritt mehr als unbedingt nötig und belasten ihren Körper zusätzlich. Abends neben dem Fernseher gibt es noch manches Bierchen, und weil das Hunger macht, greift man zu Knabberzeug.
Die Folgen zeigen sich in vielfachen Auswirkungen auf den Organismus: Der Bewegungsmangel führt zu Problemen mit Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und Halte- und Bewegungsapparat. Erkrankungen wie Diabetes Mellitus, Übergewicht, Bluthochdruck und auch psychische Erkrankungen, da kein adäquates Ventil zum Stressabbau zur Verfügung steht, sind wahrscheinlich. Ergebnisse des Robert-Koch-Instituts belegen, dass mittlerweile circa 50 Prozent der Deutschen übergewichtig sind.
Dicke Kinder
Vier bis sechs Stunden täglich vor der Glotze
Fernsehen statt Herumtoben, Gameboy statt Fahrrad fahren – der Mangel an körperlicher Aktivität greift zunehmend auch auf unsere Kinder über. Untersuchungen belegen, dass Schulkinder vier bis sechs Stunden pro Tag durchschnittlich vor dem Fernseher verbringen. Dies schlägt sich in wachsenden Zahlen an übergewichtigen und zusätzlich erkrankten Kindern nieder. Jedes 5. Kind in Deutschland ist übergewichtig. Und es werden immer mehr – die Zahl der adipösen, also der schwer übergewichtigen Kinder, nimmt von Jahr zu Jahr weiter zu. Und sie entwickeln Krankheiten, die man bisher nur von Erwachsenen kannte: Fettstoffwechselstörungen, Altersdiabetes, Atemnot und Herzprobleme.
Auch wenn viele Kinder in Sportvereinen sind. Einmal pro Woche Fußball spielen oder Schwimmen gehen reicht nicht. Es geht um Bewegung im Alltag. Viele Kinder werden von ihren Eltern zur Schule gefahren und wieder abgeholt, mittags werden sie dann zum Reiten oder Musikunterricht gefahren. Wichtig ist aber, im Alltag so viele Wege wie möglich zu Fuß zurückzulegen. Zur Schule, zu Freunden…
Nicht zu vergessen: Aus dicken Kindern werden oft dicke Erwachsene. Und die schlimmste Krankheit ist bei dicken Kindern auf den ersten Blick oft gar nicht zu erkennen: Es ist die seelische Belastung. Die Kinder werden von Mitschülern gemobbt, sie werden isoliert und geärgert –darunter leiden viele Kinder extrem.




